Technologie
AMD stellt Helios vor und gewinnt Microsoft als KI-Kunden
AMD bringt mit Helios sein erstes KI-Racksystem und gewinnt Microsoft als Kunden. Das verschärft den Wettbewerb mit Nvidia im Rechenzentrum.
Die US-Regierung hat am Montag zusätzliche Zölle von 50 Prozent auf eine breite Palette kanadischer Waren angekündigt. Die Maßnahmen stützen sich auf Section 338 des Tariff Act von 1930 und sollen nach Angaben des Weißen Hauses 30 Tage nach Unterzeichnung in Kraft treten. Für Makro-Anleger ist der Schritt relevant, weil er den Handelskonflikt mit einem der wichtigsten US-Handelspartner deutlich verschärft und die Erwartungen für Inflation, Wechselkurse und Wachstum in Nordamerika verändern kann.
Nach Darstellung des Weißen Hauses unterzeichnete Präsident Donald Trump drei Proklamationen, die jeweils eigene Produktgruppen abdecken. Genannt werden Waren von Wein über Hockeyschläger bis zu Zement. Weitere Berichte nennen unter anderem Honig, Textilien, Angelruten, Schmuck und Möbel. Es handelt sich um Zusatzzölle, die zu bestehenden Zöllen und anderen Abgaben hinzukommen.
Die neuen Zölle gelten laut Weißem Haus auch dann, wenn die betroffenen Waren unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA fallen. Damit wird ein zentraler Schutzmechanismus des Abkommens für die erfassten Produkte ausgehebelt. Das Inkrafttreten wird für den 19. August erwartet.
Als Begründung nennt Washington eine angeblich diskriminierende Behandlung amerikanischer Produkte durch Kanada und verweist vor allem auf Autos, Alkohol und Milchprodukte. Die Regierung stellt die Maßnahme als Schritt zum Schutz amerikanischer Arbeitnehmer und zur Herstellung fairer Handelsbedingungen dar.
Section 338 ist selbst Teil der Nachricht. Nach übereinstimmenden Berichten wurde die Bestimmung bislang noch nie als Grundlage für die Verhängung von Zöllen genutzt. Das Gesetz erlaubt dem Präsidenten, gegen Länder vorzugehen, die US-Produkte im Handel diskriminieren, und Zölle von bis zu 50 Prozent ohne Beteiligung des Kongresses zu verhängen.
Die neuen Proklamationen fügen sich in eine breitere Eskalation ein. Seit März 2025 haben die USA bereits zusätzliche Zölle auf zahlreiche kanadische Waren eingeführt. Nach Angaben von Germany Trade and Invest gelten seit Anfang August pauschale 35-Prozent-Zölle auf nahezu alle kanadischen Exporte in die USA, soweit sie nicht als USMCA-konform anerkannt sind. Hinzu kamen frühere Sonderzölle auf Stahl, Aluminium sowie einzelne Fahrzeugkategorien.
Für Anleger liegt die Bedeutung weniger bei einzelnen Produkten als bei den makroökonomischen Folgen. Zusätzliche Zölle auf Konsumgüter und Vorleistungen können die Einfuhrpreise in den USA erhöhen und den Druck auf die Wareninflation verstärken. Das ist auch für DAX-, ATX- und SMI-Anleger relevant, weil eine zähere US-Inflation die Reaktionsfunktion der Fed und damit globale Zins- und Währungsmärkte beeinflussen kann.
Auch die Lieferkettenfrage rückt wieder in den Vordergrund. Kanada ist stark vom US-Markt abhängig. Höhere Handelsbarrieren könnten kanadische Exporteure zwingen, ihren Absatz stärker in andere Märkte umzulenken, darunter die EU. Durch CETA ist der Handel zwischen Kanada und der EU weitgehend zollfrei. Das könnte mittelfristig einzelnen europäischen Exportbranchen Chancen eröffnen, auch wenn konkrete DACH-Unternehmen im Zusammenhang mit der jetzigen Maßnahme bislang nicht genannt werden.
Offen bleibt vorerst, wie breit die Zölle tatsächlich gefasst sind. Die zugrunde liegenden Proklamationen wurden im Recherchezugang nicht im Detail mit Warencodes verifiziert. Ebenso liegen bislang keine gesicherten Marktdaten zu unmittelbaren Reaktionen bei USD/CAD, Aktien oder Anleiherenditen auf diese Ankündigung vor. Klar ist aber schon jetzt: Der Schritt erhöht den handelspolitischen Risikofaktor in Nordamerika deutlich.
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