Technologie
AMD stellt Helios vor und gewinnt Microsoft als KI-Kunden
AMD bringt mit Helios sein erstes KI-Racksystem und gewinnt Microsoft als Kunden. Das verschärft den Wettbewerb mit Nvidia im Rechenzentrum.
Deutschlands Biotech-Sektor hat in den vergangenen zwei Jahren deutlich mehr Kapital angezogen. Die oft zitierte Zahl von 1,4 Mrd. Euro für Deeptech-Biotech-Start-ups lässt sich nach öffentlich zugänglichen Angaben derzeit allerdings nicht verifizieren. Branchendaten, KfW-Initiativen und Aussagen von Bitkom zeichnen dennoch das Bild eines Marktes, der nach dem Einbruch der Frühphasenfinanzierung wieder an Breite gewinnt und politisch stärker flankiert wird.
Nach Angaben von BIO Deutschland und EY stieg die Finanzierung deutscher Biotech-Unternehmen 2024 um 78 Prozent auf 1,917 Mrd. Euro. Darin enthalten waren 898 Mio. Euro Wagniskapital, 999 Mio. Euro aus Kapitalerhöhungen einschließlich Wandelanleihen sowie 20 Mio. Euro aus einem Börsengang. Für 2025 berichtete GoingPublic / Life Sciences ein Eigenkapitalvolumen von 1,787 Mrd. Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, liegt aber weiterhin klar über dem Niveau von 2023.
Für Anleger ist entscheidend, dass diese Summen die deutsche Biotechnologie insgesamt abbilden, nicht nur Deeptech-Biotech- oder Longevity-Start-ups. Eine gesonderte, öffentlich belegte Zahl von 1,4 Mrd. Euro für dieses Teilsegment im vergangenen Geschäftsjahr liegt in den verfügbaren KfW-, Bitkom- und Branchenquellen nicht vor. Auch ein konkret so benannter "Longevity Start-up Report 2026" war anhand der zugänglichen Unterlagen nicht belastbar nachprüfbar.
Mehrere Datenpunkte sprechen für ein robusteres Finanzierungsumfeld bei technologieintensiven Gründungen. KfW Research bezifferte die Investitionen in deutsche Start-ups insgesamt für 2025 auf 7,2 Mrd. Euro, nach 7,5 Mrd. Euro 2024 und 7,1 Mrd. Euro 2023. Das VC-Geschäftsklima habe sich Anfang 2026 stabilisiert, bleibe aber unter dem langjährigen Durchschnitt.
Bitkom verwies Ende April unter Bezug auf den ersten KfW-Report zur WIN-Initiative darauf, dass diese bis 2030 insgesamt 12 Mrd. Euro an Wachstums- und Innovationskapital für deutsche Start-ups und Scale-ups mobilisieren soll. Bislang seien rund 2,6 Mrd. Euro von den Trägern zusammengekommen. Bitkom sprach von einer guten Nachricht für den Startup-Standort Deutschland und verwies auf den deutlich gestiegenen Kapitalzufluss in den Wagniskapitalmarkt in den vergangenen Monaten.
Hinzu kommen neue staatlich gestützte Strukturen für wachstumsstarke Technologieunternehmen. Der Deutschlandfonds, getragen von Bundesregierung und KfW, soll mit einer staatlichen Garantie von 30 Mrd. Euro insgesamt bis zu 130 Mrd. Euro an Investitionen auslösen. Das Instrument ist ausdrücklich auch auf Deeptech-, KI- und Biotech-Unternehmen ausgerichtet. Nach Angaben aus dem KfW-Umfeld können bis Ende 2030 bis zu 1 Mrd. Euro für direkte Beteiligungen an Start-ups in Deutschland bereitstehen.
Der Befund bleibt gemischt. BIO Deutschland hatte bereits für 2023 auf eine Schwäche der Frühphasenfinanzierung hingewiesen. Biotech-Start-ups in der Frühphase kamen demnach nur auf 203 Mio. Euro, den niedrigsten Wert seit sechs Jahren. Das deutet darauf hin, dass der jüngste Aufschwung stärker von größeren Finanzierungsrunden und kapitalmarktnahen Transaktionen getragen wurde als von einer breiten Belebung ab dem Seed-Segment.
Für den Standort Deutschland ergibt sich ein zweigeteiltes Bild. Das Finanzierungsniveau im Biotech-Sektor ist klar gestiegen und bleibt hoch. Zugleich ist die These eines exakt bezifferbaren Rekordbooms bei Deeptech-Biotech-Longevity-Start-ups mit den derzeit zugänglichen Daten nicht belastbar belegt. Verifizierbar ist vor allem eines: Deutschland gewinnt bei Biotech und technologieintensiver Wachstumsfinanzierung an Gewicht, auch wenn die Kapitalversorgung in frühen Phasen eine Schwachstelle bleibt.
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